Mit dem Projekt “Nuglar Gärten” bauen wir seit 2013 eine solidarische Landwirtschaft, kurz; SoliLa, in Nuglar- St. Pantaleon auf. Wir haben uns als ProduzentInnen und KonsumentInnen in Form eines nicht-gewinnorientierten Vereins zusammengeschlossen, um gemeinsam Verantwortung für eine gesunde und nachhaltige Ernährung zu übernehmen.
Auf einer Fläche von 6 Hektar, verteilt in und rundum Nuglar bringen wir vielfältige bio-dynamische und nach Prinzipien der Permakultur gestaltete Äcker, Gärten, Obst- und Beerenhaine in einem partizipativen Prozess gemeinsam zum erblühen.
Dabei erweitern und vermitteln wir unser Wissen über die aktuellen Herausforderungen der globalen Landwirtschaft und erschaffen konkrete lokale Handlungsmöglichkeiten für den globalen Wandel der Landwirtschaft.
Die Ernte teilen wir unter den Mitgliedern mit einem Ernte-Abo auf.
Unser grosses Anliegen ist in wertschätzender und achtsamer Haltung mit Mensch, Tier und Natur zusammen unsere Lebensmittel herzustellen und fruchtbarer Boden auch für zukünftige Generationen zu bewahren und aufzubauen.
Kernteam
Benjamin - unser GärtnerClaudio - unser LernenderDominique - unsere Gärtnerin
EvelynZoeMuriel
Die Organisation
Organisiert sind die Nuglar Gärten nach dem Modell der Communtiy Supported Agriculture (CSA) (in Deutsch; SoliLa - Solidarische Landwirtschaft, Gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft oder Vertragslandwirtschaft).
Bei der SoliLa handelt es sich um einen Zusammenschluss von ProduzentInnen und KonsumentInnen, die sich sowohl die Verantwortung und Risiken wie auch die Gewinne teilen.
Aus dem direkten und gegenseitigen Austausch ergibt sich eine Win-Win-Win-Situation:
Die ProduzentInnen beziehen erstens ein sicheres und faires Einkommen und können bei natürlichen Risiken der Lebensmittelproduktion, wie z.B. einem Ernteausfall, auf die Solidarität der Gemeinschaft zählen.
Die KonsumentInnen erhalten zweitens einen kostengünstigen (Wegfall von Verkaufsmarge) Zugang zu hochwertigen, frischen Lebensmitteln aus ihrer Region. Zudem erleben die KonsumentInnen durch Partizipation im Betrieb eine unmittelbare, persönliche Beziehung zu ihren Lebensmitteln und können deren Produktionsbedingungen direkt mitbestimmen.
Drittens stellt sich ein Gewinn für die Umwelt ein, deren Gesundheit durch eine lokale, natürliche, vielfältige und nicht-gewinnorientierte Landwirtschaft, die ohne Pestizide, Monokulturen, Grossmaschinen und Überproduktion auskommt, langfristig gewährleistet wird.
Einen solchen Zusammenschluss von ProduzentInnen und KonsumentInnen ermöglicht es uns für Ernährungssouveräntität - das Recht die Landwirtschaft- und Ernährungsweise selbstbestimmt definieren zu dürfen - aktiv einzustehen und umzusetzen.
Finde mehr zur konkreten Organisation unter Mitwirken.
Der Anbau
Der Anbau erfolgt nach den Erkenntnissen und Richtlinien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft.
Unser Ziel ist es Gärten anzulegen, die in sich kraftvoll, lebendig sein können. Damit in ihnen Gemüse wachsen kann, welches nährt, Körper, Geist und Seele, welches uns in unserem Wesen fördert und Kraft gibt, uns immer weiter zu entfalten.
Um unser Ziel zu erreichen, tauchen wir tief ein in die Natur mit all ihren Naturwesen, versuchen zu verstehen, zu hören, was sie benötigen. Wir versuchen eine dienende Haltung einzunehmen, um die Heilwirkung der Natur in unseren Gärten zu fördern und wachsen zu lassen. Die Kommunikation mit den Pflanzen, den Naturwesen ist uns wichtig, wir schulen unsere Wahrnehmung, um immer feiner zu verstehen was gebraucht wird, um zu wissen, wie die beste Unterstützung aussieht, damit die Gärten in ihre volle Kraft kommen.
Ganz praktisch gesehen arbeiten wir vor allem von Hand, haben nur eine kleine Handmotorfräse, mit welcher wir die Pflanzbeete vorbereiten. Sie lockert nur oberflächlich den Boden, damit die Bodenstruktur möglichst nicht gestört wird.
Wir achten darauf, dass der Boden immer bedeckt und gut durchwurzelt ist, damit die Bodenlebewesen Nahrung haben um den Boden lebendig zu halten und sich ein gut funktionierendes System etablieren kann. Wir schauen dass es auf jedem Feld eine grosse Vielfalt an Blumen, Gemüsen, Bäumen hat, Ast- und Steinhaufen da sind für die Tiere und wollen damit vorbeugen statt Krankheiten und Schädlinge bekämpfen.
Jeden Morgen vor der Arbeit machen wir eine Einstimmung, entweder mit einer geführten Meditation oder Eurythmie.
Die Einstimmung dient uns, auf dem Feld anzukommen, uns selber und das Feld wahrzunehmen und dem Feld unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken, ein erstes Mal zu erspüren, wie wir es in seiner Lebendigkeit unterstützen können.
Es ist uns wichtig ein Miteinander zu finden, wo die verschiedenen Wesen miteinander Leben, erblühen, sich entfalten können. Achtsam mit allem umzugehen was um uns ist. Zu unterstützen, was sein will, was für das grosse Ganze stimmig und förderlich ist. So versuchen wir mitzuhelfen, dass hier Orte entstehen können, an welchen nicht nur Gemüse wächst, sondern Orte an welchen wir und alle Beteiligten Lebendigkeit und ein Eingebundensein erleben dürfen.
Partnerhöfe
Das Wurzelgemüse und der Chicoree erhalten wir von Heinz Koloska (Nennigkofen SO). Er betreibt Demeter Ackerbau, Rinderaufzucht und leitet einen Pferdebetrieb. Er ist ein ehemaliger Lehrmeister unserer Betriebsführerin Dominique Oser. Demeterhof Heinz Koloska
Alvar und Julian Aebi (Blauen BL) beliefern uns mit Kartoffeln, Kohle, Wintersalate. Sie führen ein Demeter Milchvieh-, Ackerbau- (Alvar) und Gemüsebetrieb (Julian) und arbeiten wie wir mit Mulch.